Der Heilige See – Mythos oder
Wirklichkeit?
Der König wollte sich selbst
überzeugen und unternahm in Potsdam einen Nachmittagsspaziergang, um
dieses geheimnisvolle und sagenumwobene Gewässer zu erkunden. Schon
nach kurzer Anreise fand er den See an in alten Schriften angegebener
Stelle. Knorrige Bäume versperrten den Weg. Sie schienen dem
König zu sagen: „Du kannst nicht vorbei!“.
| Sehr mystisch! |
Das ließ seine
Plüschigkeit aber kalt und schon bald stand er am Uferweg und begann
den See zu umrunden.
Ein Blick auf die Gotische Bibliothek,
sie wurde von 1792 bis 1794 von Carl Gotthard Langhans als
neugotischer Turmbau für die Büchersammlung des preußischen Königs
Friedrich Wilhelm II. errichtet, dann ging es weiter.
| Des Königs Bibliothek |
An einem gespaltenen Baum fand der
König millionen und abermillionen kleine stachelige Kugeln. Der
König nahm eine davon in die Hand. Sie waren sehr stachlig. Der
König warf das Ding wieder weg.
| Bis Blut spritzt |
Ein kurzes Wegstück weiter traf der
König eine junge Dame mit jungem Hund. Der König bot dem niedlichen
Tier die Freundschaft an, aber der unerfahrene Welpe fasste die
dargebotene Hand des Königs als Angriff auf – und biss zu!
Glücklicherweise waren die Zähne des Hundes noch nicht sehr scharf,
so dass der König nicht verletzt wurde. Trotzdem flüchtete der
König auf einen Baum, bis die Gefahr von erfahrenen Jägern
neutralisiert wurde.
| Jetzt noch zutraulich |
| Beim zuschnappen! |
| Flucht auf den Baum |
Der König vergnügte sich dann doch lieber bei
der Entenjagd.
| Feiges Huhn |
Dabei erblickte er auf einer nahen Wiese ein seltsam
spitzes Gebäude. Es war eine Pyramide, die er sah. „Wie bei Fürst Pückler zu Haus“, dachte er. Beim genaueren Hinsehen entdeckte er
seltsame Inschriften und Zeichen an der schwarzen Pyramide, die wohl aus edlem Gestein gebaut war. Die Pyramide wurde allerdings für einem sehr profanen Zweck errichtet. Sie diente als Kühlkammer für Eis. Auch die früheren Könige hatten Eis gern. Der König möchte jetzt auch so eine
Pyramide haben.
| Laterne, Sonne, Mond und Sterne |
| Schwarz und bedrohlich |
Nicht weit von der Pyramide entfernt
stand ein weiteres prächtiges Haus – das Marmorpalais. Auch bei
diesem Bau hatte Herr Langhans seine Finger im Spiel, wie auch beim
Brandenburger Tor in Berlin. Das Marmorpalais ist ein prächtiges
Gebäude direkt am Wasser, es gefällt dem König sehr gut. Er
erfuhr, dass dieses schöne Haus noch vor wenigen Jahren als
Armeemuseum genutzt wurde.
| Das Marmorpalais - wohl aus Marmor |
Jetzt ist es aber wieder ein wahres
Prunkstück und man muss sich Filzpantoffeln anziehen, wenn man sich
das Innenleben ansehen möchte. Die Pantoffeln waren aber für den
König zu groß, so blieb er eben draußen und kletterte am Geländer
umher.
| Der König beim herumtollen |
In Sichtweite des Marmorpalais steht
das so genannte Grüne Haus. Warum
es diesen Namen trägt, weiß niemand.
| Grünes Haus? Wo? |
Danach überschritt
der König eine kleine Brücke, die den Hasengraben überspannt. Der
Hasengraben verbindet den Heiligen See mit dem Jungfernsee. Der König
musste kichern, als er den Namen des Sees hörte. Und Hasen hat der
König nicht gesehen. Es war wohl zu kühl. Oder die trafen
Ostervorbereitungen.
Ein kurzes Gespräch
des Königs mit umher schlendernden Touristen drehte sich um alte Kinofilme. Nach einem freundlichen Abschiedsgruß lief der König
weiter.
![]() |
| Hasengraben |
| Matrosenstationstor |
Bald entdeckte der König noch eine Baustelle. Die alte
Kaiserliche Matrosenstation Kongnæs
im norwegischen Stil soll wieder restauriert werden. Die Geschichte
dieser Station hat den König sehr interessiert und hat ihm gute
Hinweise für eigene Pläne gegeben.
Zum Abschluss des
Spaziergangs besichtigte der König noch die Glienicker Brücke. Auf
dieser Brücke tauschten vor einigen Jahren noch verfeindete Reiche
ihre Agenten aus. Jetzt es es nur noch eine Brücke.
Beim Rückweg
musste der König wieder in seine Hauptstadt einreisen. Er muss
versehentlich und unbemerkt die Grenze nach Berlin überschritten
haben. Das wäre vor 1989 nicht passiert.
Müde und viele
Erfahrungen reicher beendete der König die Reise.
Die Tour hat ihm
gut gefallen. Und er ist dem Hund nicht mehr böse.

Du hast die Haare schöööön...
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