"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde"
Karl Valentin

Donnerstag, 5. April 2012

Des Königs Spaziergang am Heiligen See


Der Heilige See – Mythos oder Wirklichkeit?
Der König wollte sich selbst überzeugen und unternahm in Potsdam einen Nachmittagsspaziergang, um dieses geheimnisvolle und sagenumwobene Gewässer zu erkunden. Schon nach kurzer Anreise fand er den See an in alten Schriften angegebener Stelle. Knorrige Bäume versperrten den Weg. Sie schienen dem König zu sagen: „Du kannst nicht vorbei!“
Sehr mystisch!
Das ließ seine Plüschigkeit aber kalt und schon bald stand er am Uferweg und begann den See zu umrunden.
Ein Blick auf die Gotische Bibliothek, sie wurde von 1792 bis 1794 von Carl Gotthard Langhans als neugotischer Turmbau für die Büchersammlung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. errichtet, dann ging es weiter.

Des Königs Bibliothek









An einem gespaltenen Baum fand der König millionen und abermillionen kleine stachelige Kugeln. Der König nahm eine davon in die Hand. Sie waren sehr stachlig. Der König warf das Ding wieder weg.

Bis Blut spritzt







  



 Ein kurzes Wegstück weiter traf der König eine junge Dame mit jungem Hund. Der König bot dem niedlichen Tier die Freundschaft an, aber der unerfahrene Welpe fasste die dargebotene Hand des Königs als Angriff auf – und biss zu! Glücklicherweise waren die Zähne des Hundes noch nicht sehr scharf, so dass der König nicht verletzt wurde. Trotzdem flüchtete der König auf einen Baum, bis die Gefahr von erfahrenen Jägern neutralisiert wurde. 

Jetzt noch zutraulich
Beim zuschnappen!

Flucht auf den Baum













Der König vergnügte sich dann doch lieber bei der Entenjagd

Feiges Huhn












Dabei erblickte er auf einer nahen Wiese ein seltsam spitzes Gebäude. Es war eine Pyramide, die er sah. „Wie bei Fürst Pückler zu Haus“, dachte er. Beim genaueren Hinsehen entdeckte er seltsame Inschriften und Zeichen an der schwarzen Pyramide, die wohl aus edlem Gestein gebaut war. Die Pyramide wurde allerdings für einem sehr profanen Zweck errichtet. Sie diente als Kühlkammer für Eis. Auch die früheren Könige hatten Eis gern. Der König möchte jetzt auch so eine Pyramide haben. 


Laterne, Sonne, Mond und Sterne


Schwarz und bedrohlich
Nicht weit von der Pyramide entfernt stand ein weiteres prächtiges Haus – das Marmorpalais. Auch bei diesem Bau hatte Herr Langhans seine Finger im Spiel, wie auch beim Brandenburger Tor in Berlin. Das Marmorpalais ist ein prächtiges Gebäude direkt am Wasser, es gefällt dem König sehr gut. Er erfuhr, dass dieses schöne Haus noch vor wenigen Jahren als Armeemuseum genutzt wurde. 

Das Marmorpalais - wohl aus Marmor

Jetzt ist es aber wieder ein wahres Prunkstück und man muss sich Filzpantoffeln anziehen, wenn man sich das Innenleben ansehen möchte. Die Pantoffeln waren aber für den König zu groß, so blieb er eben draußen und kletterte am Geländer umher.

Der König beim herumtollen











In Sichtweite des Marmorpalais steht das so genannte Grüne Haus. Warum es diesen Namen trägt, weiß niemand.
Grünes Haus? Wo?

Danach überschritt der König eine kleine Brücke, die den Hasengraben überspannt. Der Hasengraben verbindet den Heiligen See mit dem Jungfernsee. Der König musste kichern, als er den Namen des Sees hörte. Und Hasen hat der König nicht gesehen. Es war wohl zu kühl. Oder die trafen Ostervorbereitungen.
Ein kurzes Gespräch des Königs mit umher schlendernden Touristen drehte sich um alte Kinofilme. Nach einem freundlichen Abschiedsgruß lief der König weiter. 

Hasengraben

Matrosenstationstor


Bald entdeckte der König noch eine Baustelle. Die alte Kaiserliche Matrosenstation Kongnæs im norwegischen Stil soll wieder restauriert werden. Die Geschichte dieser Station hat den König sehr interessiert und hat ihm gute Hinweise für eigene Pläne gegeben.




Zum Abschluss des Spaziergangs besichtigte der König noch die Glienicker Brücke. Auf dieser Brücke tauschten vor einigen Jahren noch verfeindete Reiche ihre Agenten aus. Jetzt es es nur noch eine Brücke.



 
Beim Rückweg musste der König wieder in seine Hauptstadt einreisen. Er muss versehentlich und unbemerkt die Grenze nach Berlin überschritten haben. Das wäre vor 1989 nicht passiert.

Müde und viele Erfahrungen reicher beendete der König die Reise.
Die Tour hat ihm gut gefallen. Und er ist dem Hund nicht mehr böse.

1 Kommentar: