"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde"
Karl Valentin

Samstag, 14. April 2012

Der König im Britzer Garten (Berlin)


Nach einem ausgiebigen Frühstück bei den Zwergen setzte sich der Tross des Königs gegen 11:00 Uhr in Bewegung. Nachdem man im Bezirk Neukölln noch die Zwergentochter der Zwergengastgeber abgeholt hatte, fuhr der König mit seinen kleinen aber kräftigen Vasallen zum Eingang des Gartens in Britz. Da der königliche Hofschreiber die werten Leser nicht mit Geschichte und Details des Gartens langweilen will und außerdem ganz ausführlich über des Königs Erlebnisse berichten will, hat er hier im Auftrag des Königs drei Links eingefügt, die Aufschluss über Garten und den Brunnen am Eingang geben.
Sie sind HIER!
Als der König am Garten ankam, blies ihm ein kalter und kräftiger Wind entgegen und die Wolken huschten nur so über den Himmel. Der König aber sah sich erst einmal die Narzissen an und bestaunte den Brunnen „Fette Henne“. Vorher hatte er sich auf einem Plan der Berliner Verkehrsbetriebe darüber orientiert, wo er überhaupt war. Er war hier. Natürlich nahm er dann den Plan des Gartens in Augenschein und beriet mit seinen Gastgebern den weiteren Weg. 

Ich habe einen Plan


Da die Gartenbahn noch nicht fuhr, musste er wohl oder übel zu Fuß gehen. Ein Planungsfehler, den er gern übersah, denn zu Fuß konnte man sicher viel mehr sehen. Zunächst ging der König durch ein kleines Wäldchen mit schönen Bäumen, von denen einige in voller Pracht blühten. Voll Übermut erkletterte er ein paar Bäume und roch an den Blüten. Die Zwerge hatten alle Hände voll zu tun, um den König vor weiteren gefährlichen Klettereien abzuhalten. 


Gelber Strom
An einer Wiese sah der König mehrere mit mächtigen Hörnern ausgerüstete Schafe. Dass sie nur durch ein paar dünne Bindfäden von ihm getrennt wurden erschreckte den König, bis er das gelbe Schild sah. Es kündete davon, dass durch die Bindfäden gefährlicher elektrischer Strom floss. 

Einigermaßen beruhigt erforschte der König einen Stamm mit Muschelbesatz und wunderte sich, dass das Wasser hier an manchen Tagen offensichtlich ziemlich hoch stand. 

Muschelbank



Als ihm die Zwerge untertänigst zur Kenntnis gaben, dass die Muscheln Baumpilze sind, staunte der König nicht schlecht über den Einfallsreichtum der Natur. 



7
Schlüssel des Himmels
Auf der nächsten Wiese tummelten sich 7 Osterlämmer mit Ihren Muttertieren. Der König beobachtete von einem für Seine Plüschigkeit extra herbeigeschafften erhöhten Sitz das lustige Treiben und hätte am liebsten mitgespielt. Dabei fielen ihm am Rand seltsame Figuren auf und nun gab es kein Halten. Auf diesen Reisigtieren musste er sitzen auch wenn sie ganz schön gefährlich aussahen. Nach diesem Abenteuer widmete sich der König wieder den im Garten reichlich blühenden Blumen. Erste Tulpen wurden genauso begutachtet wie Himmelschlüsselchen. 

An dem Pavillon mit dem Namen des berühmten Gatenbauarchitekten Karl Förster bewunderte der König einen Magnolienstrauch. Obwohl der Himmel immer bedrohlicher aussah, gingen der König und seine Begleiter weiter. Da die Wolken ihr Nass dann aber doch massiv abluden, beschloss die Reisegruppe, eine Pause an einer Raststätte einzulegen. Abseits jeder königlichen Etikette nippte der König an einem schnöde dargereichtem Kaffee und wärmte seine Hände am warmen Becher.

Zwei Könige
Als der Regen nachließ sah der König einen seiner Lieblingsvögel am Ufer und begab sich zu ihm. Der Schwan war etwas erschrocken über den hohen Besuch und sein vom Wind zerzaustes Gefieder, entschuldigte sich beim König für sein Aussehen und verschwand im nahe gelegenem Teich. Auch der König interessierte sich für den Teich und die nahe gelegenen Grotten. Nachdem sich der König satt gesehen hatte und todesmutig einige Wasserfälle besichtigt hatte, lief er weiter und die besorgten Zwerge mussten hinterher. Sie hatten bei Ihrer Einladung wahrscheinlich nicht bedacht, dass sie der König derartig in Schach halten würde. Kurze Zeit später sah der König ein eigenartiges Tier am Wegesrand. Die ältere Zwergin klärte ihn darüber auf, dass dieser komische Vogel eine Ralle war. 

Am Teich
Als man um eine Ecke bog, nahm den König ein modernistisches Gebäude gefangen und da man auf dessen Dach steigen konnte, ließ es sich der König trotz heftigem Wind nicht nehmen, hinauf zu steigen. Beinahe wäre das sein Ende gewesen, denn als er sich über den Rand beugte, kam eine heftige Böe und hätte den König fast davon geweht. Nur der feste freundschaftliche Griff des Zwerges bewahrte ihn vor Schlimmeren. Eu, jeu, jeu, gerade noch mal gut gegangen sagte sich der König und schwor sich heute auf weitere Abenteuer zu verzichten.

Soljanka mit König

Auf diesen Schreck hin brauchte der König und sein Tross erst einmal eine Pause. Die wurde in einer gläsernen Pyramide zelebriert. Da der König nach seinem Abenteuer in der Höhe noch ein wenig Magenbeschwerden hatte, ignorierte er die köstliche Torte und kostete nur von der Soljanka, welche sich der Zwerg hatte reichen lassen.
Da der Himmel nun auflockerte und sogar die Sonne zu sehen war, ging der König los und die Zwerge mussten wieder hinterher. Der König hatte unweit einen Hahn krähen gehört und wollte nachschauen, was der so zu krähen hatte. Die Hühner versammelten sich alle zur Aufwartung am Zaun und stritten sich darum, wer den König als erste begrüßen darf. Dabei kam es zu einem Streit, bei dem auch der König beinahe einen Hieb abbekam. Gott sei Dank hatte er seine Hand rechtzeitig zurück gezogen. Angesichts dieser Insubordination befahl der König ihm am nächsten Tag ein Hühnerkeulchen zuzubereiten. Als nächstes ging der König zu den Ziegen. Diese freuten sich über den Besuch des Königs so sehr, dass sie beinahe über den Zaun geklettert wären, um dem König näher sein zu können. Darüber war der König so angetan, dass er sie mit königlichen Leckerbissen belohnte. Salzcracker mochten die Ziegen. Allerdings bekam jede Ziege nur einen Salzcracker, denn der König wollte nicht, dass sich die Ziegen den Magen verderben. Der König weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass nur Könige und Pfleger Tiere in Gehegen füttern dürfen. Für alle anderen Leute ist das streng verboten!

Füttern verboten

Der alte Zwerg
Nach diesem schönen Erlebniss saß dem König schon wieder der Schalk im Nacken und ehe es sich die Zwerge auch nur einmal umsahen, war der König auf einer riesengroßen Rutsche unterwegs. Das war ein Gaudi und obwohl der König am hinteren Ende etwas nass wurde strahlte er wie die Sonne am Himmel. Was sollten die Zwerge dagegen sagen. König ist König und Gastfreundschaft ist ein hohes Gut bei den Zwergen und so freuten sie sich mit dem König über dessen Ausgelassenheit.
Langsam ging der Ausflug nun seinem Ende entgegen und als wenn der Himmel das wüsste, schickte er eine kräftige Portion Graupel hinab. Gott sei Dank hatten die Begleiter des Königs an das schlechte Wetter gedacht und einen Baldachin mit, unter dem der König Schutz fand. Kurz darauf traf der Tross des Königs an der letzten Station des Ausfluges an. 

Landmarke
Eine große Windmühle ragte weit über dem Land auf und wies den Weg. Die Mühle schien verlassen und der König war etwas enttäuscht. Ein wenig sauer machte er einen kurzen Rundgang durch die untere Etage der Mühle und sah sich eine alte Dreschmaschine an. 

Na klar!
Als er ein Seil sah dachte er an eine Glocke, mit der man den Müller rufen konnte. Er zog daran - nichts passierte. Das Schild am Seil hatte er wohl nicht gesehen. 

Als man aus der Mühle kam entdeckte der König ein Ladenschild und als er in den kleinen Laden kam überreichte ihn die Bäckerin einen Laib köstliches Brotes. Der König probierte das Brot noch vor dem Laden und beschloss den Bäcker zum königlichen Hoflieferanten zu ernennen. Das Edikt wird dem Bäcker in Kürze zugehen. 

Knusper
Mit vielen schönen Eindrücken gingen der König und seine Gastgeber nach Hause. Dort wurden die Fotos, welche die Zwerge gemacht hatten, begutachtet. Bei einem feinen Abendbrot und köstlichem Burgunder wurde über den Tag gesprochen und das weitere Reiseprogramm festgelegt.






Gastbeitrag von Zwergi

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