"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde"
Karl Valentin

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Des Königs Reise nach North Carolina

Amerika – der Traum der Auswanderer, deren Denkmal der König in Bremerhaven besuchte, war das nächste Ziel des kleinen plüschigen Herrschers. Eigentlich wollte er nach Washington, um den König von Amerika zu besuchen. Allerdings sagt der schwarze Herrscher den Besuch aus finanziellen Gründen ab.
Kopfschüttelnd ob der politischen Gepflogenheiten in diesem Lande, folgte der kleine König einem Geheimtipp eines Bekannten und besuchte den Bundesstaat North Carolina an der Ostküste der Staaten.
Angekommen auf dem Flughafen Charlotte wurden der König und seine Begleiter peinlichen Prozeduren, wie dem Scannen des Körpers und Eingriffen in denselben, unterzogen. Der König empfand dies als würdelos und tat das auch lautstark kund. Allerdings focht das die Schergen am Flughafen nicht an.

Baustelle Airport
Nach diesen peinlichen Ereignissen bestaunte der König den im Bau befindlichen Flughafen der größten Stadt dieses Staates. Bauen und Fliegen geht hier irgendwie gleichzeitig – „BER lässt grüßen“ schmunzelte seine Plüschigkeit.
On the road again

Aber dann ging es ab ins Land. Endlose Autofahrten über die US-Highways lagen vor ihm. In Deutschland einmal an die Ostsee zu fahren, ist dagegen ein Klacks. Aber die vorbeiziehenden Landschaften ergötzten des Königs Augen sehr, dass er darüber die Zeit vergaß und schwuppdiwupp war er schon am nächsten Ziel.
Erste Station war die Stadt Charlotte, Hauptstadt von Mecklenburg.
Der König wähnte sich schon im falschen Film, aber das Rätsel löste sich schnell auf. In den USA gibt es Orte, die von den ersten Einwanderen mangels Fantasie einfach so genannt wurden wie ihre Heimatstädte und -gegenden in Europa. Es waren halt einfache Leute.

Hoch und schön

Charlotte selbst – eine große Stadt eben. Große und hohe Häuser, in moderner Architektur erbaut, prägen das Stadtbild. Eine bunte Figur vor dem Museum of Modern Arts beeindruckte den König dermaßen, auf dass er auf einen Besuch in diesem Museum bestand. Allerdings waren die Ausstellungsstücke nicht so nach dem Geschmack des kleinen Herrschers. Etwas enttäuscht verließ der das Museum und ging erst einmal etwas essen.

museum of modern arts





Es wurde wieder mal aufgetafelt, was die Küche hergab. Verschiedene frittierte Dinge und eine kleine Cola (1Liter) ließen den König alle Gedanken an gesunde Ernährung vergessen. Zwar schon pappesatt zwängte er sich dann noch etwa ein Kilo Eis hinein...




Bibo

Am nächsten Tag ging es in die Berge. Der Chimney Rock in den Appalachen sollte das Ziel sein. Unterwegs machte die Reisegesellschaft eine kurze Rast in der kleinen Universitätsstadt Davidson. Ein kleiner Imbiss, dann noch die Beine vertreten und die Toilette aufsuchen, auf dem Rückweg noch schnell ein Foto vor der Bibliothek und schon drängte der Fahrer zu Weiterfahrt.



Heilige Stätte (wahrscheinlich)

Endlich angekommen am Chimney Rock, der markanten, 99 Meter hohen Felsformation, war der Anblick auch für des Königs Auge sehr eindrucksvoll. Hunderttausende Siedler zogen in den vergangenen Jahrhunderten an dieser Landmarke vorbei, um ihr gelobtes Land zu erreichen. Wieviel Tränen wurden hier vergossen und wieviel Leid geschah auf diesen Trecks? Dem König fröstelte es.


Am Teufelskopf
Aber alsbald wurde eine Klettertour auf diesen Berg in Angriff genommen. Seltene und eindrucksvolle Felsen, wie der Devil's Head, sowie Wasserfälle an allen Ecken und Enden erfreuten den König. Unter dem Sternenbanner auf einem Felsvorsprung, von dem manches Indianermädchen aus Liebeskummer in den Tod sprang, wurde gepicknickt.
Die Kletterei machte den König rechtschaffen müde, so dass er auf der abendlichen Autofahrt ans Meer den Schlaf der Gerechten schlief.


Wieder mal am Meer

Die Tour an die Küste wurde auf Wusch seiner Majestät zusätzlich ins Programm genommen. Kernziel war der Besuch und die Besichtigung der USS North Carolina, einem Schlachtschiff der United States Navy aus dem Zweiten Weltkrieg.
Aber einmal am Meer, ließ es sich der König nicht nehmen, in den Fluten des Atlantik abzutauchen.
Erst danach erfolgte der Besuch des Schiffes. Schon beim Anblick des grauen Kolosses kamen in des Königs Kopf die Bilder des Atalanta-Einsatzes vor Somalia wieder zum Vorschein und das Grauen kehrte zurück. Aber tapfer besichtigte er das Schiff und seine Bewaffnung sowie die Latrinen.

Graues Ungetüm
Sichtlich angeschlagen zurück in der wärmenden Sonne setzte sich der König erstmal auf eine amerikanische Parkbank und ließ die Eindrücke noch einmal Revue passieren, denn am nächsten sollte es wieder gen Osten über den Atlantik in die Heimat gehen. Weitere Touren warteten auf ihn.
Den Gastgebern der Reise lässt der König seinen Dank ausrichten.


Weitere Bilder der Reise

1 Kommentar:

  1. Der König bekam folgendes Pamphlet, welches er seiner Anhängerschar nicht vorenthalten möchte:

    "Eigentlich sind die Bilder in Germany aufgenommen.
    BBI Baustelle, A12, Oderturm, Eingang Kleistmuseum, Kulturhaus, Skywalk Elbsandsteingebirge, Fälschung, Ostsee, Saßnitz.
    Hi hi."

    Der König, sein Schreiber sowie der Gastgeber der Reise weisen solche infamen Vorwürfe als völlig haltlos zurück! Der König behält sich rechtliche Schritte vor.

    AntwortenLöschen