"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde"
Karl Valentin

Samstag, 1. Dezember 2012

Der König in Chamonix – Mont Blanc

Holadihü - holadihö

Nach den Abenteuern am Genfer See sollte die Reise in die Alpen führen. Chamonix, gesprochen Schamonie,wird der Ausgangspunkt zweier Bergtouren werden. Auf der Autofahrt dorthin fragte sich der König, ob Asterix auch Asterie gesprochen wird. Er kam zu keinem Ergebnis. Seine Begleiter schauten unruhig zum Himmel. Aber der seit Tagen angekündigte Fön war wirklich da. In den Tälern lag noch dicker Nebel. Die Berge links und rechts wurden immer höher.
Nach und nach kam die Sonne über die Berge. Als erstes färbte sie die Gipfel golden. Danach bekamen die dunkelgrauen Hänge Farbe. Doch ganz in die Täler reichten die wärmenden Strahlen noch nicht. Dort blieb es ungemütlich kühl und dunkel. An Albertville vorbei ging es immer weiter in die Hochalpen. Plötzlich deutete der Kutscher auf einen Hang und rief: „Dahinter, der weiße Gipfel das ist der Mont Blanc!“.
Sonnige Höhen
Der König war etwas enttäuscht. Das sollte er höchste Berg der Alpen sein? Eine niedliche halbrunde Schneekappe, kein spitzer gefährlicher Grat? Das war schon komisch. Alles andere drum herum war spitz und schroff und der Mont Blanc rund, niedlich, glatt wie ein Katzenbuckel. 

Bald kam des Königs Kutsche in Chamonix an, einem der berühmtesten Alpenorte. Chamonix, der Ort, in dem 1928 die ersten Olympischen Winterspiele der Neuzeit ausgetragen wurden.
Kurz darauf stand man am Fuß des Aiguille du Midi, dem ersten Ziel. An der Seilbahn zum Gipfel stand nur eine Gruppe Chinesen, die sind ja bekanntermaßen sehr klein und so musste des Königs Reisegruppe nicht lange warten, ehe es weiter ging. Über verschiedene Seilbahnen, Treppen und Lifte kam man auf dem über 3800m hohen Aussichtspunkt an. 




12602 Füße

Zwischendurch musste der König seinem Begleiter, dem Oberzwerg, einen Stärkungstrunk reichen. Der Alte hat sich wohl überschätzt und sein Kreislauf wollte in der dünnen Höhenluft nicht mehr so recht.

Der König ist beeindruckt


Oben angekommen bot sich dem König ein einmaliges Panorama. 
Die schneebedeckte Kuppel des Mont Blanc erhob sich vor dem kleinen Herrscher und die Berge daneben bildeten eine beeindruckende, ja begeisternde Kulisse. Da wurde selbst der König ganz demütig. Er konnte 2800 Meter in die Tiefe sehen. Das ist sehr tief.


Nochmal: Wirklich tief!















Nach einer Stärkung mit Hasenbrot und Kräutertee und mit neuem Mut im Herzen ging des Königs Tross zur Bergstation der Seilbahn. Es wurde Zeit für die Abfahrt, denn man wollte ja noch zum „Mer de Glacé“. Einer der größten Gletscher Europas wartete auf den König.
Diesmal hatte der Franzose erfahren, dass der König kommen würde und so bildete sich im Warteraum der Station eine große Traube Menschen, die den König sehen und ihm huldigen wollten. Im Zug hatte der König dann allerbeste Plätze. Und sehr gute Sicht auf die Berge. Dem König gefiel das.

Vorbildlicher Passagier
Die Bahn zuckelte flott die fünf Kilometer zum Montenvers hinauf. Nach etwa 30 Minuten erreichte man den viertgrößtem Gletscher der Alpen.












Aber der König war enttäuscht. Die Gletscherzunge unter ihm war von graubraunem Gestein bedeckt. Das intensive Blaugrün von Gletschereis bekam er erst einmal nicht zu sehen. Der Gletscher war soweit eingeschmolzen, dass die Seilbahn nicht mehr hinunterreichte. Inzwischen musste man nach der Fahrt mit der Seilbahn noch 300 Stufen nach unten laufen, um zu der ins Eis gehauenen Gletschergalerie zu kommen.
Über dem König erhoben sich hohe, teilweise sehr spitze Berge und gegenüber schoß ein Wasserfall ins Tal. Ein gelber Hubschrauber flog vorbei und die Sonne füllte das Tal mit Wärme. So war der eisige Atem des Gletschers nicht zu spüren.

Gletscherzunge, nicht sehr schön
In den Gletscher hinein hatte man Höhlen gegraben und eine kleine mit farbigen Licht aufgewertete Eisskulpturgalerie aufgebaut. Viel Mühe hatte sich der Franzose nicht gegeben. Ein paar beleuchtete Eisblöcke und das war es auch schon. 
Des Königs Tross








Langsam musste des Königs Tross los, denn die letzte Seilbahn wartete nicht. Der König schaute noch einmal zurück ins sonnenüberflutete Gletschertal
Bald darauf kam der Zug und man fuhr wieder nach Chamonix und weiter in die Herberge zurück.

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